Montag, 28. Januar 2019

Luftschadstoffgrenzwerte | Der Kampf der Sachlichkeit gegen die Ideologie - Fakten und die Anne-Will-Sendung am 27.01.2019.

Die Anne-Will-Sendung am 27.01.2018 "Streit um Abgaswerte - sind Fahrverbote verhältnismäßig" bewegte sich zwischen Information (Prof. Köhler) und Aggression (Prof. Wichmann, Annalena Baerbock (B90/Die Grünen)). Frau Will war ARD, womit alles gesagt ist.

Prof. Wichmann als einer der Urheber der WHO-Richtlinien (World Health Organisation, eine nicht demokratisch legitimierte  Organisation mit Anspruch, die Welt repräsentieren zu wollen) verteidigte mit Zähnen und Klauen die WHO-Grenzwerte und attackierte besonders Prof. Köhler als inkompetent und ungeeignet, die Auswirkungen von NO2 auf Menschen beurteilen zu können. Frau Baerbock kreischte in gewohnter Weise. Wissenswertes brachte sie nicht, außer der Falschinformation, die WHO-Fachleute hätten über 70.000 Studien ausgewertet, ehe die Grenzwerte festgelegt worden seien. Zahlen verstehen Grüne halt nicht.

Im Folgenden eine unkommentierte Zusammenstellung von Informationen über Luftschadstoffgrenzwerte in den USA und in der EU.

Es fällt auf, dass selbst im ökologisch superreinen California der NO2-Jahresmittelwert mit 57 Mikrogramm/m³ Luft um 17 Mikrogramm/m³ Luft höher ist, als in der EU, ohne dass die Leute in California aus den Cabrios kippen. In den meisten US-Bundesstaaten gilt der NO2-Jahresmittelwert 100 Mikrogramm/m³ Luft, ist also 150% höher, als in der EU.

Bemerkenswert ist, dass Prof. Wichmann und Frau Baerbock die USA-Grenzwerte ignorieren und die der Nichtregierungsorganisation WHO und die der autokratischen EU als die alleinseligmachende Wahrheit nicht einmal auf Sinnfälligkeit überprüfen lassen wollen. Zu den Dokumenten:

WHO, Air Quality Guidelines, 2005
https://www.who.int/phe/health_topics/outdoorair/outdoorair_aqg/en/
https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/69477/WHO_SDE_PHE_OEH_06.02_eng.pdf?sequence=1 NO2: Seite 16.


USA:

California:
https://ww2.arb.ca.gov/resources/nitrogen-dioxide-and-health
https://www.arb.ca.gov/research/aaqs/caaqs/caaqs.htm

Vergleich USA-EU:
Ausnahmsweise Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffdioxid

Auszug aus Wikipedia:
Arbeitsplatz und Innenräume

Für Stickstoffdioxid gilt ein Arbeitsplatzgrenzwert von 950 µg/m3. Dieser Wert ist der sogenannte Schichtmittelwert und über einen Zeitraum von 8 Stunden einzuhalten. Er darf kurzzeitig und bis zu 4-mal pro Schicht um das Zweifache (als Mittelwert über 15 Minuten, Überschreitungsfaktor 2) überschritten werden[18]. Der Arbeitsplatzgrenzwert gilt im Sinne der Gefahrstoffverordnung[19] für Beschäftigte, bei denen aufgrund der Tätigkeiten am Arbeitsplatz eine erhöhte Stickstoffdioxid-Belastung zu erwarten ist. Dieser Wert wird als Arbeitsplatz-Richtgrenzwert auch in der Richtlinie 2017/164/EU aufgeführt.[20] Der Wert gilt für gesunde Arbeitende an acht Stunden täglich und für maximal 40 Stunden in der Woche. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die berufsbedingt Schadstoffen ausgesetzt sind, erhalten zusätzlich eine arbeitsmedizinische Betreuung und befinden sich somit unter einer strengeren Beobachtung als die Allgemeinbevölkerung.[21]

Für Innenräume, in denen keine entsprechenden Tätigkeiten durchgeführt werden (z. B. Büros, Schulen), sowie für Wohnräume gilt dagegen der bereits 1998 von der damaligen Ad-hoc-Arbeitsgruppe der Kommission Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes und der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Medizinalbeamten der Länder (Ad-hoc AG IRK/AGLMB; heute Ausschuss für Innenraumrichtwerte, AIR) abgeleitete Richtwert II von 60 µg/m3 als Wochenmittelwert. Der Richtwert II stellt einen wirkungsbezogen Wert dar, bei dessen Erreichen bzw. Überschreiten unverzüglich zu handeln ist.[22]

Außenluft

Europaweit ist für Stickstoffdioxid in der Außenluft ein 1-Stunden-Grenzwert von 200 µg/m3 festgelegt worden, der nicht öfter als 18-mal im Kalenderjahr überschritten werden darf. Durch die EU-Richtlinie 2008/50/EG – (in deutschem Recht mit der 39. BImSchV umgesetzt: die Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen) ist ein Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 im Jahresmittel festgelegt.[23] Bei Inkrafttreten des Grenzwerts (in deutschem Recht mit der Verordnung über Immissionswerte für Schadstoffe in der Luft umgesetzt) im Jahr 2002 galt für diesen Jahresgrenzwert noch eine Toleranzmarge von 16 µg/m3. Sie verminderte sich ab 1. Januar 2003 bis zum 1. Januar 2010 stufenweise um jährlich 2 µg/m3. Seit 2010 ist die Toleranzmarge entfallen und der Jahresgrenzwert von 40 µg/m3 ist verbindlich einzuhalten.[24]

In den USA gilt nach der Vorgabe der für die nationalen Umweltstandards zuständigen Gesundheitsbehörde EPA seit 2010 ein zu den EU-Kriterien annähernd vergleichbarer 1-Stunden-Grenzwert (100 ppb bzw. 191 µg/m3), aber ein gut doppelt so hoher Grenzwert für das Jahresmittel wie in der EU (53 ppb bzw. 100 µg/m3)[25]. In Kalifornien und sechzehn weiteren US-Bundesstaaten hingegen beträgt der Grenzwert für das Jahresmittel nur 30 ppb bzw. 57 µg/m3.[26][27]

Für Stickstoffdioxid ist in der EU eine Alarmschwelle von 400 μg/m3 festgelegt. Wird dieser Wert in drei aufeinander folgenden Stunden an Orten gemessen, die für die Luftqualität in Bereichen von mindestens 100 km2 oder im gesamten Gebiet/Ballungsraum repräsentativ sind, muss der betroffene Mitgliedsstaat umgehend geeignete Maßnahmen ergreifen.[28] Über die stark unterschiedlichen Grenzwerte am Arbeitsplatz und im Freien wird diskutiert.[29][30]

Luftbelastung

Zwischen 1990 und 2015 verringerte sich der Ausstoß an Stickstoffoxiden in Deutschland um 59 %. Trotz dieses deutlichen Rückgangs bei den Emissionen, also dem, was Kraftwerke, Heizungen oder Autos ausstoßen, führte dies nicht zu einer vergleichbaren Verringerung der Stickstoffdioxid-Konzentration, also dem, was bei Mensch und Umwelt ankommt. Im Jahr 2016 wurde der EU-Grenzwert von maximal 40 µg/m3 im Jahresmittel an 57 % der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Der Straßenverkehr ist im urbanen Raum die Hauptquelle für Stickstoffoxide, da die höchsten Konzentrationen ausschließlich an viel befahrenen Straßen gemessen werden. Die Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen betragen mit leicht abnehmender Tendenz seit 1995 zwischen 30 und 60 µg/m3, vereinzelt sogar um 90 µg/m3.

Von dem kraftfahrzeugverkehrsbedingten Anteil der Stickstoffoxidemissionen tragen in der Stadt etwa zu 60 % Diesel-Fahrzeuge bei. Der Grund ist zum einen, dass Dieselautos im Extremfall bis zu zehnmal mehr Stickstoffdioxid ausstoßen als vergleichbare Benziner, zum anderen nutzen die sehr verbrauchsintensiven Fahrzeugklassen Bus und LKW hauptsächlich Diesel.

In städtischen oder vorstädtischen Gebieten liegen die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid im Bereich von etwa 20 bis 30 µg/m3, in ländlichen Gebieten um 10 µg/m3.[31][32]

Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffdioxid