Donnerstag, 3. Mai 2018

Energiepolitik | Smart metering - Höhere Kosten und der staatliche Griff in die Wohnung.

Die Bundesregierung, 05.09.2016: "Intelligente Messsysteme für die Energiewende." Auszug:
"[…] Durch Überblick Kosten sparen
Die Systeme nutzen den Verbrauchern, indem sie einen besseren Überblick über die eigene Energienutzung geben und damit Spielräume für Einsparungen oder passgenaue Tarife eröffnen. Gleichzeitig helfen sie, das Stromnetz zu stabilisieren und Angebot und Nachfrage besser zu koordinieren. Das ist eine wichtige Aufgabe in unsrem neuen Versorgungssystem: Strom wird nun teilweise wetterabhängig und damit schwankend produziert, gleichzeitig speisen immer mehr Verbraucher als Produzenten Strom in das Netz ein. Das macht eine intelligente Verknüpfung von Stromerzeugung, Verbrauch und Netzen notwendig. […)"
Mit der Überschrift des Absatzes suggeriert die Bundesregierung, mit Smart metering seien Kosten zu sparen. Im Text werden die Giftschlangen aus den Säcken gelassen: Stromnetze wegen der von Sonne und Petrus abhängigen Elektrizitätserzeugung stabilisieren, indem Angebot und Nachfrage koordiniert werden. Stromerzeugung und Verbrauch seien intelligent zu verknüpfen.

Unabhängig davon, dass ein klug aufgebautes Elektrizitätssystem besser wäre, das nicht von Petrus Launen und der Sonne Lust, zu scheinen, abhängig wäre, als ein intelligentes, in dem Algorithmen aus bundesdeutschen Amtsstuben den Einwohnern diktieren, wann die Wäsche zu waschen ist und die Eier in die Pfannen geschmettert werden dürfen, ist Intelligenz das Eine und Klugheit das Andere.

Intelligenz ist die Waffe der Politiker, mit der sie das Volk an der Nase herumführen. Klug ist das auf Dauer nicht.

Kosten sparen?
Smart meter: Der technische und organisatorische Aufwand für Entwicklung, Herstellung, Montage, Verkabelung, Einrichtung, Instandhaltung, Schutz vor Hackern, Aufbau und Unterhaltung von Serverfarmen (Achtung: die brauchen auch Elektrizität), Schulung von Industrie, EVU und Kunden, Eichung bei Gebrauchsfristen von nur 6-7 Jahren, relativ kurzlebige Gerätschaften, die auch Elektrizität verbrauchen, ist sehr groß.

Ersparnis? Der Eigenverbrauch der smarten Zähler liegt bei 50 kWh/a, da sie rund um die Uhr in Betrieb sein müssen, 8760 Stunden im Jahr. Die smarten Zähler kosten einen Mietzuschlag, der bei 10 Euro/Monat beginnt. 50 kWh/a kosten 15 Euro/a, Smartzählerzuschlag 120 Euro/a.

Wer die Preise der Smarten nicht glaubt: https://www.avacon-netz.de/content/dam/revu-global/avacon-netz/documents/EnergieService/MSB/preisblatt_mme_undimsava20171220.pdf

Summe Zusatzkosten als verbrauchsunabhängige Fixkosten für "Smartes Zählen und Verbrauchen": Rd. 130 Euro im Jahr.

Um die Zusatz-Fixkosten zu kompensieren, müsste der Verbrauch um etwa 400 kWh/a gesenkt werden, was aber Smart metering definitionsgemäß nicht leisten kann. Folglich bleibt nur übrig, wie verrückt Sonderangebote zu nutzen. Welches Potential gäbe es?

Angenommen, die Elektrizität könnte 4,5 Cent/kWh billiger bezogen werden. Es müssten dann 2.900 kWh/a zum Vorteilspreis verbraucht werden, um 130 Euro/a der Fixkosten des "Smarten Sparens" ausgleichen zu können. Viele Haushalte müssten erst einmal mehr verbrauchen, ehe sie überhaupt 2.900 kWh/a billiger einkaufen könnten. Dennoch: Was würde es bedeuten?

In der letzten Jahresabrechnung eines Stromversorgers werden als Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Service einschließlich MwSt. 4,5 Cent/kWh ausgewiesen: Link zum Blogbeitrag: https://erwinloewe.blogspot.com/2018/03/energiepolitik-vom-marchen-der.html

Um die im Beispiel genannten 4,5 Cent/kWh billiger einkaufen zu können, müssten die Erzeuger gratis verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit wird Null sein. Es sei denn, die Bundesregierung würde Elektrizität subventionieren, was in Merkels Staatswirtschaft dahingegen nicht unwahrscheinlich wäre.

Andererseits sind die Kosten für Steuern, Abgaben, Gebühren nicht beeinflussbar, da sie per staatlicher Vorgabe definiert sind oder, die Netzkosten, staatlich reguliert sind. Die einzige denkbare Variable ist der Preis der Erzeugung. Bei dem aber liegt der Spielraum nur im 1/10 Cent-Bereich/kWh.

Koordinierung von Angebot und Nachfrage
Koordinierung von Angebot und Nachfrage hört sich harmlos an. Tatsächlich greift die staatliche Krake damit über IT-Verbindungen von irgendwelchen Staatszentren auf die Smart meter der Elektrizitätskunden zu, greift dort Daten aus dem Leben der Bewohner ab und wird in das Leben der Bewohner eingreifen, in dem elektrisch betriebene Geräte von Elektrizitätsblockwarten in den Amtsstuben der Bundeselektrizitätskammer mit Hilfe geschäftsgeheimer Algorithmen abhängig von Wind und Sonne ein- und ausgeschaltet werden.

Smarte Haushaltsgeräte mit WLAN-Modulen, die per Smartphone-App gesteuert werden können, gibt es schon heute. Diese Steuerung über Smart meter bis zu den zukünftigen Elektrizitätsblockwarten in der Bundeselektrizitätskammer zu erweitern, ist ein Klacks.

Die nach Art. 13 Grundgesetz garantierte Unverletzlichkeit der Wohnung wird Makulatur sein.

Die Bundesregierung wird wegen der Umstellung des Elektrizitätssystems auf Wind- und Sonnenenergie wegen einer angeblich bevorstehenden Klimakatastrophe und der Ablehnung der friedlichen Nutzung der Kernenergie, eine deutsche Singularität, den Bundestag zwingen, Art. 13 GG zu ändern und die Unverletzlichkeit der Wohnung einzuschränken. Was 1984 unvorstellbar war, wird in wenigen Jahren dank der Politik der Merkel-Kabinette I, II, III und IV ab 2005 und der allzeit unterwürfigen Regierungsfraktionen Wirklichkeit sein. Staatliche Eingriffe in das Leben der Bewohner in den Wohnungen werden alltäglich werden.

Fazit 1:
"Kosten sparen" mit Smart metering für Haushaltskunden ist Augenwischerei. Leichtgläubigen wird vorgegaukelt, damit 1. Geld sparen zu können und 2. den Planeten retten zu können. Beides ist Unsinn.

Fazit 2:
Der wahre Grund des Smart metering ist die Koordinierung von Angebot und Nachfrage und der damit verbundene Eingriff in die Wohnung. Absatz (1) des Artikels 13 des Grundgesetzes, in dem die Unverletzlichkeit der Wohnung garantiert ist, wird in die Tonne gehauen werden können.

Glaube niemand, so schlimm werde es nicht kommen. Seit Merkels Kabinett I sollten wir wissen, dass es jedes Mal schlimmer gekommen ist, als es uns vorstellbar gewesen war.