Donnerstag, 1. März 2018

Luftverpestung | Bundesregierung hat eine Lösung.

Keuchend, hustend, krächzend und schwarze Klumpen speiend kriechen immer mehr Menschen hierzulande durch die Städte. Es trifft alle, ob jung, ob alt, ob arm, ob reich, ob im Hosenanzug oder in der Lederhose. Das schwarze stickoxidierte Problem wird von Tag zu Tag dichter. In Krankenhäusern, Lazaretten und in Turnhallen stapeln sich die Schutz- und Hilfesuchenden, während sie in Privatpraxen mit sanfter Musik und mit leckeren Speisen und Getränken von liebreizenden Händen umsorgt werden.

Diese Bilder des Grauens vor Augen ließ die Bundesregierung nicht ruhen. Stante pedes rief sie die Besten des Landes zum spontanen Klumpen- und NOX-Gipfel zusammen. Den der Wichtigkeit und der Besetzung des Gipfels angemessenen Vorsitz nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) höchstselbst wahr.

Der Gedanken- und Ideenaustausch wurde mit Hummern, Austern und Gänseleberpastete unter Begleitung bester Champagner ungeahnt angefacht. Selbst der Bundeskanzlerin standen die Mundwinkel waagerecht, eine äußerst seltene Mimik, die auf höchste Zufriedenheit schließen lässt.

Schon bald traten der Gipfel und der Vorsitz vor die vor Ungeduld mit den Füßen scharrende Meute der schreibenden und der bildgebenden Zünfte.

Mit listigem Spiel der Mundwinkel erklärte der Vorsitz, dass es nach intensiven und genussvollen Stunden angestrengten Gipfels gelungen sei, jegliches Fahrverbot von Automobilen jeglicher Antriebsart auf dem gesamten deutschen Grund und Boden zu verhindern, und dass der Vorsitz mit dieser Lösung das sauberste Atmen aller Zeiten werde herstellen können.

Das Scharren der Meute erreichte Raketenstartlautheit und wirbelte Tonnen an Staub auf.

In unvergleichlicher Einfachheit sagte der Vorsitz schließlich. „Da wir den hier lebenden Menschen keine Dieselfahrverbote und noch Schlimmeres zumuten können, habe ich beschlossen, den Menschen die Fahrgenehmigung zu entziehen. Mit Wegnehmen von Genehmigungen kenne ich mich aus. Das ist einfach und hilft dem Klima.“

Das Scharren der Meute brach zusammen. Der Vorsitz sah keine Fragen, dankte für die anregende Diskussion und verließ mit dem Tross der Besten den Saal.

Am 01. des übernächsten Monats trat das mit den Peitschen der Fraktionsführer der Regierungsfraktionen des Bundestages von denselben ohne Widerrede beschlossene Gesetz in Kraft.

Seitdem sind alle Städte und Gemeinden des Landes verödet und die Bundeskanzlerin denkt schon wieder.