Sonntag, 11. März 2018

Kernkraftwerke in aller Welt | Totgesagte leben länger (Teil 24) - Indien wird mit Frankreichs Hilfe 6 Kernkraftwerke des Typs EPR bauen.

10. März 2018, le Président Emmanuel Macron twittert aus Indien: "L’expertise française d’EDF dépasse pour la première fois nos frontières : une étape majeure pour la construction de six EPR (réacteurs nucléaires européens) à Jaitapur a été franchie hier avec la signature d’un accord cadre." Die meisten Twitter-Folger sind nicht begeistert. Der schwarzrot­gründeutsche Antikern­kraft-Virus hat sich auch im Nachbar­land vermehren können.

Bei seinem ersten Staatsbesuch vom 09.-11.03.2018 in Indien vereinbarten der franzö­sische Präsi­dent Macron und der indische Premierminister Modi Koopera­tionen im Wert von über 13 Mil­liar­den Euro und das Projekt, mit Frank­reichs Hilfe in Jaitapur eine Kern­kraft­werks­anlage mit 6 Blöcken des Typs EPR mit einer Gesamt­leistung von 9.600 MW zu bauen. Livemint, 10.03.2018: "India, France pledge to push forward on Jaitapur nuclear power project." Die vor 9 Jahren begon­nenen Verhand­lungen sollen in den nächsten Mona­ten abge­schlossen werden, sodass die Arbeiten zum Jahres­wechsel in Jaitapur begin­nen könnten.

Le Président ist pragmatisch und vielseitig. Gleichzeitig soll auf dem Gebiete der Solar­technik kooperiert werden. Le Président twittert am 03.06.2017: "Je me rendrai en Inde avant la fin de l'année au 1er sommet de l'Alliance solaire internationale afin d'engager d'autres pays à nos côtés."

Auch in seinem Land ist le Président pragmatisch und vielseitig: Die vom Vorgänger François Hollande ab 2025 vorge­sehene Still­legung der französi­schen Kern­kraft­werke (KKW) wurde Ende 2017 um 5-10 Jahre verschoben, um nicht CO2-frei produ­zierende KKW durch CO2-produ­zierende Gaskraftwerke ersetzen zu müssen. Wg. Klimawandelverhinderung, so die präsidentielle Begründung. Gleichzeitig wird die Elektri­zitäts­produk­tion aus Wind- und Sonnen­kraft­anlagen voran getrieben. Solange, bis die wider­stands­erprobten Franzosen le Président wegen Landschafts­verschandelung, Lärm­belästigung und steigen­den Strom­kosten auf das Elysée­dach steigen? Warten wir es ab.

Nach Laufzeitverlängerung der französichen KKW und der Indien-Visite könnte man jedoch auf den Gedanken kommen, dass in Macrons Energie­welt die Renais­sance der fried­lichen Nutzung der Kern­energie näher rückt. Wohin­gegen die eiserne Kanz­lerin Angela Merkel in ihrem "nicht-mein-Land" die Menschen unter Wind­mühlen und Sonnenplatten mit stählernem Besen umvolkt und mit eiserner Hand verarmen lässt.

Ein Auszug aus den Dernières Nouvelles d'Alsace vom 10.03.2018: "Visite de Macron en Inde : 13 milliards d'euros de contrats signés"
"[...] La signature de six EPR espérée avant la fin de l’année
EDF et le groupe public indien Nuclear Power Corporation of India Limited (NPCIL) ont signé un accord industriel, qui a pour objectif d’aboutir à la fin de l’année, selon l’Elysée et l’électricien français EDF, à la vente de six réacteurs nucléaires EPR, un projet dont les négociations sont en cours depuis près de 10 ans, dans un pays où l’environnement des affaires est notoirement compliqué et lent. D’une puissance de près de 10 GW, la centrale de Jaitapur (côte sud-ouest de l’Inde) est présentée comme le plus grand projet nucléaire au monde, mais fait l’objet de contestations en matière d’environnement. [...]."
Blogbeitrag vom 07.01.2018: "Kernkraftwerke in aller Welt | Totgesagte leben länger (Teil 23)"

PS.: Fremdländische Sprachen kann Google automatisch durchaus verständlich übersetzen.