Sonntag, 7. Januar 2018

Kernkraftwerke in aller Welt | Totgesagte leben länger (Teil 23)

Am 31. Dezember 2017 wurde der Leistungsbetrieb des Kernkraft­werkes (KKW) Gund­rem­mingen B beendet. Bis zum Beginn des Rückbaues befindet sich die Anlage im so definierten Nicht­leistungs­betrieb. Der Leistungsbetrieb musste nach 33 Betriebsjahren und 330 Mrd. kWh erzeugter Elektrizität beendet werden, obwohl die Anlage sicher­heits­technisch in Ordnung ist und wirt­schaft­lich betrieben wurde. Der Grund liegt in einer Änderung des Atomgesetzes (AtG), die 2011 nach der durch den Japan-Tsunami ausgelösten Über­flutung des KKW Fukushima und der folgenden Zerstörung praktisch über Nacht von Bundes­regierung und Bundes­tag beschlos­sen wurde. Nach Grund­remmingen B werden auch alle 7 noch in Deutsch­land laufenden KKW bis zum Jahresende 2022 den Leistungs­betrieb einstellen müssen.

Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks (SPD) bejauchzt die Abschaltung: "[...] Ich bin froh über das Abschalten des Atom­kraftwerks Gund­remmingen B. Der Atomausstieg in Deutschland kommt damit einen wichtigen Schritt voran. Die Atomkraft war ein technologischer Irrweg - sowohl Fehlerfreiheit als auch Kosten­günstigkeit waren Ver­sprechen, die nie eingehalten wurden. Ich bin um jedes AKW froh, das nicht mehr in Betrieb ist. Mit der Abkehr von dieser gefähr­lichen und nicht nach­haltigen Energie­form haben wir den Grundstein für eine international wett­bewerbs­fähige Energie­struktur in Deutschland gelegt. [...]"

Wie die friedliche Nutzung der Kernenergie außerhalb der Zwergnation Deutschland (ca. 1,1% der Welt­bevöl­kerung) aussieht, kann z. B. im Blog unter dem Label "Kerntechnik" verfolgt werden.

Weitere Informationen sind auf den Seiten der International Atomic Energy Agency IAEA zu finden. Das Power Reactor Information System (PRIS) der IAEA beinhaltet detaillierte Daten über alle Kern­kraft­werke der Welt und enthält auch nach Kalender­jahren sortierte Angaben über Projekte, Inbetrieb­nahmen, Planungen und Stilllegungen,

Weltweit sind zur Zeit 448 KKW mit einer installierten Netto­leistung in Höhe von 391.744 MWe in Betrieb. 59 KKW mit einer Gesamt­leistung in Höhe von 60.366 MWe befinden sich im Bau.

Bemerkenswert ist die derzeitige Konzentration von KKW-Projekten in asia­tischen Ländern, in Indien, Bangladesh, Pakistan, China, Russland und in Japan, wo auch 2017 nach der Tsunami-Katastrophe außer Betrieb genommene KKW den Leistungsbetrieb wieder aufgenommen haben.

Ebenfalls sehr aktiv ist Russlands Staatsunternehmen Rosatom, das neben den asiatischen Ländern in Ägypten, im Sudan, in Saudi-Arabien, Jordan, im Iran und in der Türkei Projekte laufen hat.

Regierungskonform lassen deutsche Medien von alledem nichts hören und nichts lesen.

Bundeskanzlerin Merkel (CDU), Bundesumweltministerin Hendricks (SPD) und alle Grünen mögen den deutschen Alleingang "Ausstieg aus der Kernenergie" bejubeln und glauben, voranzureiten. Vermutlich hocken sie auf toten Pferden. Der Rest der Welt beobachtet sehr wohl, wie deutsche Zipfel­mützen die Industrie­nation ruinieren. Je vollkommener der Ruin werden wird, umso mehr Geld wird sich mit dem Wieder­aufbau verdienen lassen.