Donnerstag, 14. September 2017

Hannover | Saufen, bis die Leber trommelt.

In Hannover herrschen seit Olims Zeiten Parteien, die sich für die Schwächsten der Schwachen aufopfern. Hinter Hannovers Bahnhof liegt der Raschplatz. Rasch ein kleines Säuferchen, auf einem Beine kann keiner stehen, das zweite mag das erste nicht, auf dreien stehen geht schon gar nicht, und schwupp-di-wupp säuft man dem nächsten Platzrekord entgegen. So geht das seit Jahren auf dem Raschplatz und in der näheren Umgebung. Die Parteien der Schwächsten der Schwachen PdSdS sehen nicht ohne Wohlwollen, wie die Klientel wächst und wächst und lassen sie in Freiheit saufen und gedeihen. Aber auch in Hannover leben noch Restbestände spießiger Bürger in einigen Reservaten, die ungehörigerweise angefangen haben, die Säuferkolonie vertreiben zu wollen. Das, so die PdSdS, ginge gar nicht, man müsse Lebensentwürfe und Persönlichkeitsrechte auch der Säuferinnen und Säufer aller Damen und Herren Länder achten, so, als wären es die eigenen. Nun haben bei der Kommunalwahl 2016 die PdSdS bedauerlicherweise die Mehrheit verloren. Das ewige Zünglein an der Waage sorgt seitdem für gebremste Anerkennung der Lebensentwürfe und Persönlichkeitsrechte der SäuferInnen aller HerrInnen Länder.

In der Stadtverwaltung wohnt seit Jahrtausenden die öffentlich-rechtliche Trägheit, die jeglichen Wandel erst um Jahre verzögert durchdringen lässt. Deshalb kann die Stadtverwaltung noch nicht wissen, dass Raschplatzsaufen nicht mehr zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören soll. Die Stadtverwaltung muss daher ungeheuer enttäuscht sein. Ihr innovatives Projekt "Trinkraum am Raschplatz" für eine winzige halbe Million Euro findet keinen ungeteilten Beifall. Dabei hatte sie doch Tausende von Stunden an Entwicklung investiert, alle soziologischen, sozialpädagogischen, psychiatrischen Punkte abklopfen lassen, Grenzwerte von Leber-, Gallen- und Nierenwerten in langen Versuchsreihen ermitteln lassen, ja selbst das Weitersaufen unter überhöhten Feinstaub- und Stickoxidgrenzwerten durch Anschaffung spezieller Atemschutzgerätschaften mit mehrfach gefilterten Trinklöchern sicherstellen können.

Und nun das. Der Rat der Stadt Hannover will diskutieren. Wenn das einreißt! Wenn der Rat anfangen sollte, der Verwaltung widersprechen zu wollen. Herrje, wo kämen wir denn da hin?

http://t.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ratspolitik-diskutiert-ueber-neues-Ordnungskonzept.-Entscheidung-vertagt. Achtung: Hier lauert eine Bezahlschranke.