Freitag, 14. Oktober 2016

Energiewende | Unsere Devise heißt .... Die EEG-Umlage soll nicht steigen.

09. Juni 2011, Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Energiepolitik "Der Weg zur Energie der Zukunft", Auszug:
"[...] Unsere Devise heißt: Die Unternehmen genauso wie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden. Deshalb wollen wir die erneuerbaren Energien schneller zur Marktreife führen und effizienter gestalten. Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen; heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Langfristig wollen wir die Kosten für die Vergütung des Stroms aus erneuerbaren Energien deutlich senken. [...]"
14. Oktober 2016, Pressemitteilung der Übertragungsnetzbetreiber: "EEG-Umlage 2017 beträgt 6,880 Cent pro Kilowattstunde"

Blicken wir zurück.
Vgl. untenstehende Tabelle und Blogbeitrag "EEG-Umlage und Stromrechnung".

2005 übernahm Angela Merkel mit dem CDU/CSU/SPD-Kabinett Merkel I die Kanzlerschaft. Die EEG-Umlage betrug 0,79 ct/kWh (incl. 19% MwSt.).

2011 betrug die EEG-Umlage 4,20 ct/kWh incl. MwSt.. Im März überschwemmte der Seebeben-Tsunami die japanische Kernkraftwerksanlage Fukushima. Frau Merkel beschloss im CDU/CSU/FDP-Kabinett Merkel II den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie, beschloss die Energiewende und versicherte am 09. Juni 2011, dass die EEG-Umlage nicht über die "heutige Größenordnung hinaus steigen" solle. Das Volk hätte daran denken müssen, dass Physiker unter "Größenordnungen" Zehnerpotenzen verstehen. Insofern ist noch Luft nach oben.

2017. Das CDU/CSU/SPD-Kabinett Merkel III regiert. Die EEG-Umlage wird 8,19 ct/kWh incl. MwSt. betragen. Die als weltweites Vorbild gepriesene Energiewende kostet den Haushaltskunden mit durchschnittlichen 3.500 kWh im kommenden Jahr 2017 fast 300 Euro, oder monatlich 25 Euro, der Preis der sogenannten Jürgen-Trittin-Atomeiskugel. Von der Gesamtsumme erhält der Bundesfinanzminister rd. 5 Milliarden Euro an MwSt., mit denen die Stromkunden BER und weltweites Sponsoring zu finanzieren haben.

Was erhalten wir dafür?


Einspeise- und Lastverläufe vom 08.-12.10.2016

Nicht viel. Einige Daten:

Windkraft, onhore und offshore (2. Hj. 2016):
27.500 Anlagen, installierte Leistung: 47.000 Megawatt (MW)

Produktion 08.-12.10.2016:
Durchgehend weniger als 10.000 MW, tlw. weniger als 1.000 MW
Leistungsausnutzung: Max. 25%, zeitweise kleiner als 5%.

Photovoltaik, Fraunhofer ISE: 28.08.2016, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland:
1.500.000 Anlagen, installierte Leistung: 40.000 MW

Produktion 08.-12.10.2016.
Nur tagsüber, Höchstwerte nur zur  Mittagszeit = weniger als 2 Stunden/Tag: weniger als 12.000 MW von installierten 40.000 MW. Zappenduster vor 6 Uhr und nach 18 Uhr.
Jahresausnutzung maximal 11 Prozent. D. h., dass die Photovoltaik von installiert möglichen 40.000 MW x 8.760 h/a = 350 Mrd. kWh/a nur 38 Mrd. kWh/a liefert. Die Sonne schickt ihre Rechnung.


Entwicklung der EEG-Umlage, Stand: 14.10.2016

Jahr ct/kWh
ohne MwSt.
ct/kWh
incl. MwSt.
EUR bei
3.500 kWh/Jahr
2003 
0,410
0,48
17
2004 
0,580
0,67
23
2005 
0,680
0,79
28
2006 
0,880
1,02
36
2007 
1,020
1,21
42
2008 
1,120
1,33
47
2009 
1,130
1,34
47
2010 
2,047
2,44
85
2011 
3,530
4,20
147
2012 
3,592
4,27
150
2013 
5,277 
6,28
220
2014 
6,240
7,43
260
2015 
6,170
7,34
257
2016 
6,354
7,56
264
2017 
6,880
8,19
286
Bis 31.12.2006: MwSt=16%, ab 2007: MwSt=19%