Sonntag, 24. April 2016

Energiewende | Politische Willkür ersetzt Marktwirtschaft.

DIE WELT am 24.04.2016: "Wie die Regierung den Deutschen Wärmepumpen aufdrängen will."

In kurzen Abständen verabschiedet die Bundesregierung überar­beitete Fas­sungen der EnEV "Verord­nung über energie­sparenden Wärme­schutz und energie­sparende Anlagen­technik bei Gebäuden (Energie­einspar­verordnung - EnEV)" mit immer schärferen und bis in kleinste Details reichende Forder­ungen an die energe­tische Aus­führung von Ge­bäuden. Die Nutzen/Kosten-Verhäl­tnisse sind in den meisten Fäl­len unter 1 gesunken. Die Kosten über­wiegen den Nutzen. Zusätz­liche Verbes­serungen werden im­mer teurer und die resul­tierenden Ein­sparungen sinken weiter ab. Aus betriebs­wirtschaft­licher Sicht ist das ebenso unsinnig, wie aus volks­wirtschaft­licher Sicht.

Strom für Wärmepumpen soll bei der bürokratisch-energetischen Bewertung von Ge­bäuden besser einge­stuft werden, als Gas für Gas­heizungen. Strom soll einen Regierungs­bonus bekom­men. Politische Will­kür ersetzt Markt­wirt­schaft.

Die Bundesregierung argumentiert, dass strom­betriebene Wärme­pumpen effizient seien, da aus 1 kWh Elektrizität rd. 3 kWh Wärme entstehen würden. Physika­lisch ist das soweit kor­rekt.

Jedoch: Die Kosten machen die Musik. Elektri­zität ist wegen der politisch verord­neten Abgaben und Umlagen zurzeit 4x teurer, als Gas.

Strom kostet knapp 30 Cent/kWh. Gas kostet ca. 7 Cent/kWh.

Der Betrieb von Wärmepumpen mit Strom als Hilfsenergie ist daher teurer, als der Betrieb von Gas­heizungs­anlagen.

Sollten neben zukünftig Millionen Elektroautos auch noch strom­betriebene Wärme­pumpen flächen­deckend hinzu­kommen, dann dürften die Netzaus­bau­kosten mit zusätzlich 100 Mrd. Euro nicht zu niedrig geschätzt sein. Der Strom­kunde zahlt die Kapital- und Betriebskosten zwangs­weise über die Netz­nutzungs­kosten. Der Strom wird noch teurer.

Die Bundes­regierung beschließt, das Bundes­parla­ment stimmt unter­würfig zu. Die Bundes­tags­wahl 2017 ist in Sicht und gute Listen­plätze sollen ja nicht gefährdet wer­den. Dem Bürger werden die Lasten aufgebrummt, denn der Bürger hat's ja.

Wirtschaftliches Denken gehört nicht zu den Stärken unserer Partei­fürsten. Ideologisches Welten­retter­tum hat leider Vorrang.

Deshalb: Keine Stimme den Parteien der Ökodiktatur.