Dienstag, 28. April 2015

Merkels Energiewende | Stöhnendes Stadtwerk.

Merkels Energiewende rafft auch die öffentlich-rechtlichen Stadtwerke dahin.

Unverändert übernommener Auszug aus dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 der Stadtwerke Hannover Aktiengesellschaft, Kapitel 6 "Bericht über die voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken", Seiten 31, 32:
Erwarteter Druck auf die Stromerzeugungsmargen. Der Ausbau der Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit Einspeise­vorrang in die Netze wird voraussichtlich weiterhin starken Druck auf die Großhandels­marktpreise für Strom ausüben, was voraussichtlich zu einem weiteren Verharren der Strom­erzeugungs­­margen auf niedrigem Niveau führen wird. Eine wesentliche Ursache hierfür ist nach wie vor der Ausbau von Photovoltaik­anlagen. Zudem verharren die Preise für CO2-Zertifikate auf niedrigem Niveau, was insgesamt dazu führt, dass kohlebefeuerte Erzeugungs­einheiten weiterhin angemessene Auslastungen und Erzeugungs­volumina aufweisen, jedoch spezifisch deutlich geringere Margen als in den Vorjahren erzielen. Gasbefeuerte Anlagen sind zurzeit stromseitig über weite Strecken nicht marktfähig.
Erwartete Auswirkungen des künftigen energiepolitischen Rahmens. Insgesamt ist ein Trend zur weiteren Regulierung des energiewirt­schaftlichen Rahmens in der Politik erkennbar. Der mit der deutschen Energiewende geplante Umbau der Energieversorgung zieht nicht nur erhebliche Investitions­erfor­dernisse in Erzeugungs- und Netz­kapazitäten nach sich, sondern bringt auch zunehmende Anforderungen zur Wahrung der System­stabilität und Versorgungs­sicherheit mit sich, denen mit immer neuen regula­torischen Eingrif­fen begegnet werden soll. Während der Anteil der erneuer­baren Energien an der Stromerzeugung nach Prognosen des BDEW für 2014 im Vergleich zum Vorjahr auf rund 28 Prozent steigen könnte, hat sich die wirt­schaftliche Trag­fähigkeit konventioneller Strom­erzeugungs­­kapazitäten weiter vermindert, sodass mit zunehmenden Stilllegungen nicht mehr wirtschaftlicher vorwiegend älterer Kraftwerke mit schlechten Wirkungsgraden gerechnet werden muss. Die sich hieraus ergebende verminderte System­stabilität zur Ausregelung von Erzeugungs­­schwankungen der erneuerbaren Erzeugung und zur Deckung von Bedarfsspitzen, beispielsweise während der Wintermonate, ist Gegenstand weiterer staatlicher Eingriffe in den Markt, indem Kraftwerksbetreiber system­relevanter Kraftwerke weiterhin zur Bereitstellung unrentabler Kraftwerks­kapazitäten verpflichtet sind, ohne hierfür gegebenenfalls angemessen entschädigt zu werden. Die BNetzA weitet damit ihre Regulierungs­aktivitäten immer stärker auch auf die Erzeugung aus. Die Entwicklung des Ordnungsrahmens für die Stromerzeugung ist von substanzieller wirtschaft­licher Bedeutung für Energie­versorgungs­unternehmen und weiterhin von massiven Unsicherheiten geprägt.
Mit vorsichtigen Worten wagt ein öffentliches Stadtwerk Kritik an der Politik, die es beherrscht.