Samstag, 10. Mai 2014

Energiewende | Mit Gabriel und Merkel in das elektrizitätswirtschaftliche Chaos oder Wenn Sozialisten Energiewende träumen ...

Vorgestern gab es im Bundestag die 1. Beratung zum überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Gesetz, das eine der Beratungskommissionen der Bundesregierung, die "Expertenkommission Forschung und Innvovation (EFI)" im Jahresgutachten 2014 empfohlen hatte, komplett abzuschaffen, vgl. Blogbeitrag vom 26.02.2014.
Titel der Pressemitteilung vom 26.02.2014: EFI-Gutachten: "EEG fördert weder Klimaschutz noch Innovationen". Zitat: „Das EEG habe als zentrales Instrument der deutschen Klima- und Energiepolitik versagt, schreiben die Regierungsberater.“
Gutachten zitiert die Bundesregierung nur, wenn sie regierungskonform sind. Deshalb ignoriert die Bundesregierung das EFI-Gutachten und "setzt die Energiewende damit unbeirrt fort" (Zitat Sigmar Gabriel, Seite 2698 des Plenarprotokolls).

Die Erde ist eine Scheibe. Das 21. unterscheidet sich kaum vom 17. Jahrhundert. Ideologen sind Beton.



Deutscher Bundestag, Plenarprotokoll 18/33, Stenografischer Bericht
33. Sitzung, Berlin, Donnerstag, den 8. Mai 2014

TOP 4a: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und zur Änderung weiterer Bestimmungen des Energiewirtschaftsrechts

Auszüge aus den sozialistischen Träumen des Lehrers Gabriel.

Vgl. das Plenarprotokoll ab Seite 2697

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie:
"Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wollen wir sicherstellen, dass die Energie­wende weiter vorankommt. Bei den Ausbau­pfaden für Windenergie und Photo­voltaik wird die Höhe nicht etwa, wie gelegentlich öffentlich behauptet, verringert, sondern verstetigt, und sie werden sogar weiter ausgebaut. Der Ausbau­pfad der Photo­voltaik bleibt wie bisher. Beim Ausbaupfad für Wind­energie an Land legen wir mit ebenfalls 2,5 Giga­watt pro Jahr den höchsten Wert als Ziel fest, den wir in den letzten zehn Jahren nur ein einziges Mal erreicht haben. Damit werden die beiden kosten­günstigsten Formen der erneuer­­baren Energien die Energie­­wende weiterhin tragen. [...]"


Realität
"Die beiden kostengünstigsten Formen der erneuerbaren Energien der Energiewende" kosten zusätzlich zu den Marktpreisen 20 Mrd. Euro an Subventionen (2014, weiter steigend) und produzieren nicht, wenn sie gebraucht werden:

Kosten
BDEW-Publikation Erneuerbare Energien und das EEG - Zahlen, Fakten, Grafiken (2014) vom 24. Februar 2014.

Abbildung 44, Seite 70
Wind onshore: EEG-Umlage 2014 = Subvention: 6,2 Cent/kWh + MwSt = 7,37 Cent/kWh
Solar: EEG-Umlage 2014 = Subvention: 25,2 Cent/kWh + MwSt = 29,99 Cent/kWh

Der Wind an Land wird mit 7,4 Cent/kWh und die Sonne wird mit 30 Cent/kWh subventioniert. Kostengünstig, wie Sigmar Gabriel behauptet?

Verfügbarkeit (1)
Am 02. Mai 2014 teilte die Bundesnetzagentur mit:
" Reservekraftwerksbedarf
[…] Homann: "Die Verzögerungen beim Netzausbau verursachen auch in den kommenden Jahren einen erheblichen Bedarf an Reservekraftwerken. Umfang und Kosten steigen Jahr für Jahr. Die Versorgungssicherheit kann nur mit diesen Maßnahmen gewährleistet werden. […]"
Verfügbarkeit (2) - Auszug aus "Energiewende | Ein Qualitatsprodukt powered by Merkel":
Beispiel am Dienstag, 21.01.2014 im Versorgungsgebiet der Tennet TSO GmbH, das von Bayern bis Schleswig-Holstein reicht.
Solar in Bayern
Installiert: 9.600 MW. Produktion max. 330 MW = 3,4% der installierten Leistung in der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr. Quelle: Tennet TSO GmbH.

Wind im gesamten Tennet-Versorgungsgebiet
Installiert: ca. 12.000 MW. Produktion ganztägig zwischen nur 200 MW und 500 MW = 1,7% - 4,2% der installierten Leistung. Quelle: TenneT TSO GmbH.
Am Dienstag, 21. Januar 2014 waren Sonne und Wind im Tagesverlauf mit 200-600 MW bei instal­lierter Leistung in Höhe von ca. 21.600 MW verfügbar. Leistungs­verfüg­bar­keit der "Erneuer­baren": < 3%. Die Dif­ferenz mussten die politisch ver­teufelten "Dreck­schleudern" liefern.

Speicherkapazitäten
Wenn die Energiewende-Spezialisten nicht weiter wissen, wird der Bau neuer Speicher und es werden neue, natürlich "hocheffiziente", Speichertechnologien gefordert, die schleunigst zu erforschen seien. Milliarden Euro müssten dafür spendiert werden.

Die Winter zeigen uns, dass in dieser Jahreszeit 1. der Elektrizitätsbedarf am höchsten ist (seit uralten Zeiten bekannt), dass 2. wenig Sonne scheint (seit uralten Zeiten bekannt) und dass 3. regelmäßig Hochdruckwetter mehrere Tage lang stabil über Deutschland liegt (auch seit uralten Tagen bekannt). Nur Energiewende-Träumern schient das neu zu sein.

Speicheranlagen müssten also so bemessen sein, dass sie für mindestens 1 Woche mindestens 90% des Elektrizitätsbedarfes liefern können. Im Winter beträgt der tägliche Verbrauch ca. 2 Milliarden kWh. Für 7 Tage sind es 14 Milliarden kWh, entsprechend z. B. 1,4 Milliarden m3 Gas. Die benötigte Leistung liegt im Tagesverlauf zwischen 65.000 MW und 80.000 MW. Da Sonne und Wind praktisch ausgefallen sind, müsste es parallel einen zweiten Kraftwerkspark geben, der seine Energie (Uran, Wasser, Wasserstoff, Methan, Erdgas, Öl, Kohle) für mindestens 1 Woche aus gespeicherten Quellen beziehen kann. Mit Uran, Erdgas und Kohle ist es problemlos möglich.

Pumpspeicherkraftwerke (PSW) sind keine Lösung. In Deutschland beträgt die Gesamtkapazität ca. 0,05 Mrd. kWh, die Gesamtleistung ca. 6.500 MW. Um die mindestens 7tägige Winterflaute ausgleichen zu können, müsste die PSW-Kapazität um das 300fache erweitert werden. Illusorisch.

Eine verlässliche und preiswerte Lösung existiert jedoch schon jetzt: Es ist der aktuelle Kraft­werks­park, den die Energie­wende-Träumer gerade per staats­­wirt­schaft­­lichem Diktat abschaf­fen. Es ist der "rückwartsgewandte" Kraft­­werks­park, der Deutschland 100 Jahre lang preiswert und zuver­lässig mit elektrischem Strom versorgt hat, und den Leute wie Gabriel (SPD), Merkel (CDU), Aigner (CSU), Roth ("Claudia Antiatom", Grüne), Höhn (Grüne) und Steuer­hinter­zieher Hof­reiter (Grüne) verbieten.

Fazit
Aus ideologischen Gründen wird verboten, was aus technischen Gründen benötigt wird. Aus ideologischen Gründen wird verboten, was preiswert und zuverlässig ist.

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Das möge für heute genügen. Freuen Sie sich auf die nächste Folge "Wenn Sozialisten Energiewende träumen ...".

Bis dahin werden empfohlen:
Donner und Doria, Ulli Kulke
Die kalte Sonne, Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning