Montag, 16. Dezember 2013

Nach Kreidezeit kommt Säbelzeit.

Neueste Ergebnisse der politischen Zeitrechnung

Kreidezeit (22. September 2013 bis 15. Dezember 2013)
Die Kreidezeit beginnt unmittelbar nach der Bundestagswahl am 22. September 2013. Noch-Bundeskanzlerin und Noch-Geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will wieder richtige Bundes­kanz­lerin werden, zum Wohle des Volkes, damit es ihm weiterhin gut gehe. Was tun? Alleine geht nicht. Mit den Grünen wird es nicht klappen. Mit der FDP kann es nicht klappen. Sie hat sie gerade atomisiert. Mit den Linken soll es nicht klappen. Wer bleibt als Bundeskanzlerinnen-Wahlverein? Richtig. Befund: Sigmar Gabriel (SPD) will schon lange Vizekanzler werden. Diagnose: Machtgeil und willig. Therapie: Sigmar, Andrea & Co. einlullen. Nebenwirkungen: Zermalmung in der Koalition. Medikation: 1. Temporäre Versanftung der ansonsten wortgewaltig donnernden Parteigenossen Pofalla, Kauder, Gröhe, Dobrindt & Co. mit 5x täglich Merkel-Kreide und 2. Koalitionspapier dick und quarkig machen.


Die Therapie wirkt. Die Unions­raubtiere umschnurren auf sanften Pfoten den fetten Fang, schmei­­cheln sich ein. Die Beute wird ein­gelullt. Der Vertrag rückt in greifbare Nähe. Die Kreiderationen werden verdoppelt. Dezember, Adventszeit. Die Therapie schlägt an. Ein Lichtlein brennt. Möchte­gern-Vize­kanzler Sigmar und Bundes­ministerin für Sozialistisches in freudiger Spe Andrea erblicken es im Tunnel. Dafür blickt die Partei­basis nicht durch und stimmt dafür. Der Koalitionsvertrag soll gelten. Das Große Wollen soll beginnen.

Säbelzeit (16. Dezember 2013 bis zum Schlachtefest)
Der Koalitionsvertrag ist unterzeichnet. Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Horst Seehofer sind glücklich. Jeder auf seine Weise. Angela Merkel schickt das Papier in die Registratur. Horst Seehofer packt es in den Restmüll. Sigmar Gabriel glaubt daran und lässt es Seite für Seite für seinen Vizekanzlerpalast rahmen.

Inzwischen ist die konjunkturelle Besserung im Handwerk der Säbelschärfer angekommen. Es herrscht Hochkonjunktur. Jo mei, 's geht scho. Die Transportdienste strahlen und schaffen stumpfe hin und scharfe zurück. Die meisten Säbel gehen nach Niederbayern.

Denn die CSU beginnt schon heute, das Große Wollen nicht mehr länger wollen zu wollen. Der Mindestlohn, ein ewig abgelehntes Thema bei den Tiefschwarzen, nur der Machterhaltung wegen im Maule zwischengelagert, darf nicht für alle gelten. Deutschland würde untergehen.

Der CSU-Hieb sitzt. Das SPD-Schlachten beginnt. Aux armes, Andrea Nahles, formez vos bataillons! Die Ladung Damensäbel ist unterwegs.

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