Dienstag, 8. Oktober 2013

Energiewende - Kennen Sie SysStabV ?

Die gesetzgeberischen Aktivitäten und die Verordnungswut der Bundesregierung beweisen Deutsch­lands elektrizitätswirtschaftlichen Untergang infolge der Totalen Energiewende, einer höheren Ein­gebung der Klima­kanzlerin Angela Merkel im März 2011.

Status vor der Trittin/Schröderschen Energiewende im Jahre 2000.
Vor dem Start der Trittin/Schröderschen Energiewende galten die Bedingungen des Energie­wirt­schafts­gesetzes und die Netzregeln (Netz-Codes) für das Über­tragungs­netz und für die Ver­teilungs­netze. Die Elektrizität wurde bedarfsgerecht, wind- und sonnen­schein­unabhängig in den Kraft­werken erzeugt, zu markt­wirtschaft­lichen Konditionen verkauft und über die Netz­betreiber an die Kunden verteilt. Die gesamte Verant­wortung der Elektrizitäts­versorgung lag bei den Elektrizitäts­erzeugern, dem Vertrieb/Handel und den Netz­betreibern, die das Geschäft sicher, zuverlässig und preiswert über Jahrzehnte betrieben haben.


Die Störung des markt­wirtschaftlichen Geschehens wurde von der Regierung Schrö­der (SPD)/ Fischer/Trit­tin (beide Bündnis 90/Die Grünen) mit der Ein­führung des Erneuer­bare-Energien-Gesetzes EEG im Jahr 2000 und den dortigen Einspeise­vorrang- und Subventions­bedingungen eingeleitet.

Status zum Start der Totalen Energiewende der Merkel/Seehofer/Westerwelle-Regierung im Jahr 2011.
Die Merkel (CDU)/Müntefering (SPD)-Regierung 2005-2009 hat die politischen EEG-Eingriffe in das elektrizitäts­wirtschaftliche Geschehen substantiell unver­ändert gelassen, sodass die negativen Auswirkungen in dieser Zeit über­proportional ansteigen konnten.

Der Fukushima-Reaktorunfall als Folge des japanischen Seebeben-Tsunami im März 2011 wurde von der Mer­kel/Seehofer (CSU)/Westerwelle (FDP)-Regierung zum Anlass genommen, in Deutschland über­gangslos die Totale Energie­wende auszurufen, sofort rd. 8.000 MW Kern­kraft­werks­leistung vom Netz zu nehmen und der Elektrizitäts­produktion per Wind, Wasser und Sonne absoluten Vorrang zu staat­lich fest­gelegten Subventions­preisen, die die Strom­kunden zu bezahlen haben, einzu­räumen. Tech­nische Gegeben­heiten, wie Netz­topologie, Kraft­werks­standorte, Standorte zukünftiger Wind- und Sonnen­kraftwerke und die Gesamt­wirtschaft­lichkeit wurden per Order de Mufti à la DDR beiseite geschoben.

Status der Totalen Energiewende der Merkel/Seehofer/Rösler-Regierung im Oktober 2013 kurz vor dem Regierungswechsel.
Die Verwerfungen des Elektrizitätssystemes werden auch für die letzten Durch­halte­jünger sichtbar. Die will­kürlichen und von Sach­kenntnis unge­trübten Ein­griffe per Gesetz und per Regierungs­verord­nungen haben nicht nur einen undurch­dring­lichen Dschungel an staat­lichen Regelungen wuchern lassen, sondern haben, volks­wirt­schaft­lich schwer­wiegender, die Markt­wirtschaft zerstört und treiben immer mehr Betreiber von Kraft­werken in regierungs­politisch verursachte Pleiten. Die Kraft­werke werden unwirt­schaft­lich, da der sub­ventionierte Vorrang-Strom zu Null­kosten auf den Markt drängt und alles andere vertreibt. Es betrifft alle Strom­produzenten. E.ON, RWE, Vattenfall, EnBW sowie große und kleine Stadtwerke werden aus regierungs­politisch verursachten finanziel­len Gründen gezwun­gen, ihre Kraft­werke still­zulegen, um die Verluste einzu­dämmen.

Selbst das Stilllegen von Kraftwerken ist inzwischen ein auf­wendiger genehmigungs­technischer Akt geworden. Die Bundes­netz­agentur muss mit den Netz­betreibern über­prüfen, ob das Kraft­werk system­technische Be­deutung hat. In diesem Fall darf es nicht still­gelegt werden, sondern der Betrei­ber muss mit dem zu­ständigen Netz­betreiber eine Art Stand-by-Vertrag ab­schließen, dem wiederum die Bundes­netz­agentur zustimmen muss. Kosten trägt der Strom­kunde über die Strom­rechnung.

Kennen Sie SysStabV?
SysStabV ist die "Verordnung zur Gewähr­leistung der technischen Sicher­heit und System­stabilität des Elektrizitäts­versorgungs­netzes (System­stabilitäts­verordnung - SysStabV)", die vom Bundes­ministerium für Wirt­schaft und Technologie im Einver­nehmen mit dem Bundes­ministerium für Umwelt, Natur­schutz und Reaktor­sicherheit und von der Bundes­regierung mit Zustim­mung des Bundes­rates am 20.07.2012 erlassen wurde.

Fazit
Der Irrsinn der Totalen Energiewende kann nicht besser als mit dem Zweck der SysStabV be­schrie­ben werden:
§ 1 Zweck der Verordnung
Zweck dieser Verordnung ist es, eine Gefährdung der System­stabilität des Elektrizitäts­versorgungs­netzes durch Anlagen zur Erzeugung von Energie aus solarer Strahlungs­energie bei Über- und Unter­frequenzen zu vermeiden.
Leider verschweigen Politik und Erneuerbare-Energien-Lobby, dass die mittlerweile sehr großen Frequenzänderungen des Netzes mit steilen Gradienten durch Solar- und Windkraftwerke ausgelöst werden.

Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los. J. W. v. Goethe, 18. Jahr­hundert.

Politische Verantwortung
Die alleinige Verantwortung für das energiewirtschaftliche Chaos mit Kosten in Höhe von einigen hundert Milliarden Euro trägt Bundes­kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie bestimmt seit 2005 die Richt­linien der Politik, an die sich ihre Minister zu halten haben (Art. 65 des Grund­gesetzes).