Donnerstag, 18. Juli 2013

Ökostromprotektionismus - Mit unterlassenen Informationen manipulieren.
Update: 19. Juli 2013

Die FAZ titelt am 16.07.2013 "Schalten die Versorger viele Kohlekraftwerke ab?" und kommt zu der Vermutung (Zitat FAZ): "Zu schaffen mache den Konzernen, dass ihre Kraftwerke wegen des andauernden Ökostrom-Booms immer seltener am Netz seien. Das wachsende Stromangebot lasse den Börsenpreis so stark fallen, dass sich ihr Betrieb nicht mehr lohne."

FAZ suggeriert mit "Ökostrom-Boom"
einen wettbewerblichen Erfolg der Ökostrom-Produkte gegenüber Stromprodukten aus kon­ventio­nellen Kraftwerken.

FAZ unterschlägt den tatsächlichen Grund
Ökostromprodukte werden staatlich protektioniert und hochsubventioniert mit absolutem Vor­rang in den Markt gepresst.
Elektrizitätswirtschaftliches Ergebnis
Ökostromprodukte müssen den Produzenten abgenommen werden, solange die Netze es zulassen. Bei Netzüberlastungen können Netzbetreiber Ökostromproduzenten regulieren, die dafür entschädigt werden. Die Entschädigungen werden auf die Endkunden "überwälzt", vgl. Entwurf des Leitfadens V 2.0 der Bundesnetzagentur vom 12.07.2013 und Bundesnetzagentur: Einspeisemanagement - Konsultation des Leitfadens zum EEG-Einspeisemanagement (Version 2.0).

Subventionierte Überschußproduktion wird verschenkt oder mit Zuzahlung vertrieben, mit Vor­liebe in die benachbarten Länder, die angefangen haben, mit technischen Maßnahmen ihre eigene Elektrizitätswirtschaft vor der bundesdeutschen Subventionswirtschaft zu schützen.

Die "konventionelle" auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruhende Stromproduktion wird durch den staatlichen Ökostromprotektionismus in den Ruin getrieben.

Aus Gründen der Versorgungssicherheit werden konventionelle Kraftwerke dennoch noch solange benötigt werden, bis die Ökostromproduktion nicht mehr wind- und helligkeitsabhängig sein wird.

Die Netzbetreiber müssen deshalb systemtechnisch benötigte Kraftwerke bestimmen, die gegen aus­kömmliche Kompensationszahlungen weiter verfügbar sein müssen, obwohl sie im staatsprotektionistischen Ökostromsystem defizitär geworden sind und aus betriebs­wirt­schaft­lichen Gründen stillgelegt werden müssten. Die Kompensationszahlungen der Netzbetreiber werden auf die Endkunden "überwälzt".

Wie hätte der FAZ-Text lauten müssen?
"Zu schaffen macht Konzernen und Stadtwerken, dass ihre Kraftwerke wegen ungebremst neuer Öko­strom­anlagen und aus­nahms­los vor­rangiger Öko­strom­ein­speisungen zu garantierten Preisen immer seltener am Netz sind. Die nach­frage­unab­hängige Öko­strom­produk­tion führt zu Über­produk­tionen und fallenden Börsen­preisen, die die markt­wirt­schaft­lich orientierte kon­ventio­nelle Strom­wirtschaft in die Insolvenz treibt". Urheberrecht: Erwin Löwe.

Kein Konjunktiv, sondern Indikativ. Es ist die Realität im Deutschland der Merkelschen Staats­wirtschaft.

Update 19.07.2013:
Anderes  Beispiel unterlassener Informationen, Zeit Online vom 16.07.2013: Die Stromkonzerne drohen mit Selbstmord.