Donnerstag, 4. Juli 2013

Energiewende - Das staatliche Protektorat Erneuerbare-Energie-Anlagen und die ruinierende Wirkung des EEG-Gesetzes.

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuer­bare-Energien-Gesetz - EEG) ist kennzeichnend für die konfuse Energiepolitik der Bundes­regierungen seit der Schröder-Fischer-Ära ab 1998. Hoffnungen, die Regierungen unter Führung der CDU ab 2005 würden den Wild­wuchs beseitigen, mussten begra­ben werden. Im Gegenteil. Selbst mit der angeblich wirtschafts­kompe­tenten FDP ab 2009 wurden die Regelungen immer kompli­zierter, die Sub­ventionen immer teurer. Seit den weltweit ein­maligen Energie­wende­beschlüs­sen der Merkel-Koalition CDU/CSU/FDP im ersten Halb­jahr 2011 wurden die EEG-Sub­ventionen ohne signifikante Verbes­serungen fort­geführt. Das Dilemma hat viele Kompo­nenten, deren Wirkungen sich kosten­treibend und ruinierend über­lagern. Eine Kompo­nente steht im Titel des Gesetzes: „Vorrang Erneuer­barer Energien“.


Übersicht
  • Einspeisungen Erneuerbarer-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) haben absoluten Vorrang vor Einspeisungen aller anderen im Wettbewerb befindlichen Kraftwerke.
  • Für EE-Anlagen sind Einspeisevergütungen ab Erteilung für 20 Jahre garantiert.
  • EE-Anlagen stehen unter staatlichem Protektorat außerhalb markt­wirtschaft­­lichen Wett­bewerbs = staat­liche Planwirtschaft.
  • Die vorrangige Einspeisung überlagert mit dem hohen Zubau an EE-Anlagen lässt die Bör­sen­preise für Strom zusam­menbrechen.
Systematik
  • Die EEG-Umlage wächst mit jedem Zubau an EE-Anlagen.
  • Der Börsenpreis sinkt mit jedem Zubau an EE-Anlagen.
  • Die EEG-Umlage ist die Differenz aus Einspeisevergütung und Börsenpreis mal Einspeise­menge.
  • Folge: Die EEG-Umlage explodiert. Für 2014 werden netto zwischen 6 und 7 Cent/kWh prognostiziert + 19% Mehrwertsteuer = 7,1 bis 8,3 Cent/kWh.
Kosten für Privathaushalte
  • Der Durchschnittshaushalt (3.500 kWh/Jahr) muss 2014 mit 250 Euro bis 290 Euro für das staatliche Protektorat Erneuer­bare-Energien-Anla­gen rechnen = Ein Teil der Gesamtkosten der Energie­wende-Staatswirtschaft.
Folgen für Nicht-EE-Anlagen
  • Nicht-EE-Anlagen stehen außerhalb der Sub­ven­tions­mecha­nismen des staatlichen Protek­torats im Wett­bewerb der Börsenpreise.
  • Nicht-EE-Anlagen, speziell Erdgas und Steinkohle, haben die Wahl, mit Verlust zu produzieren oder aus dem Markt zu verschwinden (Nichtbetrieb, Überführung in kalte Reserve, Still­legung). Beispiel: Neues GuD-Kraftwerk Knapsack II bei Köln.
  • Nicht-EE-Anlagen bedürfen der Genehmigung der Bundesnetzagentur, die überprüft, ob die Anlage aus Gründen der Ver­sorgungs­sicher­heit vom Netz genom­men werden darf.
  • Falls nicht, wird ein Subventionsvertrag mit dem zuständigen Netz­betreiber abge­schlos­sen, dessen Kosten über die Netz­ent­gelte auf fast alle Strom­kunden „gewälzt“ werden. Beispiele: Erd­gas­kraft­werke Irsching 4 und 5 und das Erdgas/Öl-Kraft­werk Irsching 3 in Bayern und das Erd­gas­kraft­werk Staudinger 4 in Hessen.
Volkswirtschaftliche Konsequenzen
  • Die Subventionslast EEG-Umlage als Folge des staatlichen Protektorates EE-Anlagen wächst von 20 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf über 25 Mrd. Euro im kommenden Jahr 2014 mit Steigerungen in den Folgejahren.
  • Nicht-EE-Anlagen werden infolge des staatlichen Protektorates für EE-Anlagen in den Ruin getrieben.
Wofür das Ganze?
Was wird nach der Bundestagswahl 2013 passieren?
  • Befragen Sie die Kandidaten für den nächsten Bundestag.
  • Alternativen: Radio Eriwan oder das Orakel von Delphi anrufen.