Dienstag, 18. Juni 2013

Energiewende - Gestrandete Investitionen und unser Geld in Griechenland.

Berliner Energiewende-Politik
Die mit fast unbegrenzten Subventionen gefütterten Erneuerbare-Energien-Anlagen (EE-Anlagen) dürfen den produzierten Strom mit absolutem Vorrang unter Miss­achtung jeglicher wett­bewerblicher Markt­prinzipien in die Netze einspeisen. Produktions­ausfälle bei Netzüberlastungen oder in Schwach­lastzeiten werden finanziell kompensiert. Überschüssige Produktion wird gegebenenfalls an die umliegenden Länder verschenkt oder zu negativen Preisen verscherbelt. Negative Preise heißt, zusätzlich zum Strom erhält der Empfänger auch noch Geld. Den Preis für die famose Energiepolitik à la DDR der Merkel-Regierung aus CDU, CSU und FDP müssen im Wesentlichen die Haushaltskunden in Deutschland mit den Stromrechnungen bezahlen. Großverbraucher mit schlagkräftigen Lobbyisten­heeren im Berliner Regierungs­viertel haben sich davon befreien können - zu Lasten der Haushalts­kunden, denen auch diese Kosten aufgebrummt werden. Allein die Staatssubvention EEG-Umlage frisst mittlerweile mit 6,28 Cent/kWh (einschl. Mwst) etwa 25% der Stromkosten, Tendenz stark steigend. Der ökologische Erfolg der Berliner Energie­wende­politik ist unter Berücksichtigung der geringen Nutzungszeiten, der wetterabhängigen Produktion sowie des Landschafts- und Materialverbrauches für Windmühlen, Biomasse, Sonnen­paneele, Netzausbau, Kostensteigerungen negativ. Im globalen Maßstab verlaufen alle Berliner Bemühungen sowieso im Sande. Außer­halb Deutschlands leben über 7 Milliarden Menschen, denen das Berliner Gutmenschengetue relativ wurscht ist, und die die Selbst­zerfleischung des deutschen Industriestaates vergnüglich verfolgen.

Status Gaskraftwerke - 3 Beispiele von Statkraft
  • 510-MW-Erdgaskraftwerk Robert Frank in Landesbergen (bei Nienburg): Die norwegische Statkraft gab am 14. März 2013 bekannt, das Kraftwerk in die Kaltreserve zu überführen und das Personal zu reduzieren. Kaltreserve bedeutet, dass die Anlage konserviert wird und innerhalb von einigen Tagen reaktiviert werden kann.
  • 430-MW-Erdgaskraftwerk in Emden: Am 01. Juli 2012 gab Statkraft bekannt, das Kraftwerk in die Kaltreserve zu überführen. Robert Frank und Emden sind gestrandete Investitionen aufgrund des Merkelschen Energiewende-Subventionismus zu Gunsten der EE-Anlagen.
  • 430-MW-Erdgas­kraftwerk Knapsack II in in Hürt-Knapsack: Statkraft gab am 13. Juni 2013 bekannt, das GUD-Kraftwerk Knapsack II "eingeweiht" zu haben. Die brand­neue Anlage wird vor­läufig nicht betrie­ben werden. Die Strom­produktion wäre aufgrund der unge­bremsten Energie­wen­de-Sub­ventions­politik mit noch höheren Verlusten verbunden, als eine Konservierung der Anlage. Knapsack II wird damit zu den politisch in Kauf genom­menen ge­strandeten Neubauten gehören, die von den Jünger­Innen der Klima­wandel­religion auf den Altaren der Öko­götzen geopfert werden.


Zukunft der EnBW
Früher wurde EnBW als einer der 4 üblen Energieriesen verteufelt. Seit dem Rückkauf der EDF-Anteile durch die letzte baden-württem­bergische CDU/FDP-Regierung gehört EnBW mit je rund 45% dem Land Baden-Württemberg und einer Reihe von Kommunen. EnBW ist als Unternehmen des Staates wieder unter die ideologische Fuchtel der Parteien geraten und ist daher ein guter Energieriese.

Seit der Landtagswahl im April 2011 regieren Bündnis 90/Die Grünen und SPD Baden-Württemberg und die EnBW. In Sinne der grün-roten Weltenretter hat der aktuelle EnBW-Chef Mastiaux verkündet, oder richtig: verkünden müssen, EnBW setze voll auf Ökostrom. EnBW teilt dazu am 17.06.2013 mit: „Die EnBW-Strategie 2020 ist ein klares Bekenntnis ohne „wenn und aber“ zur Energiewende. [...].“

Interpretiert heißt das: EnBW setzt voll auf zeitlich und finanziell ungebremste Subventionierung der EE-Anlagen. Sobald jedoch die wettbewerbs­schädlichen Subventionen entfallen, das kann bei der unberechenbaren und willkürlichen Berliner Regierungspolitik jederzeit geschehen, wird EnBW in die Pleite rutschen. Die EnBW-Eigentümer, Baden-Württembergs Bürger, würden nach überhöhten, politisch verursachten Energiepreisen, wiederum zur Kasse gebeten werden: Sie werden die EnBW-Sanierungskosten bezahlen müssen, die ihnen Bündnis 90/Die Grünen und SPD eingebrockt haben.

Zum Vergleich: Unser Geld in Griechenland
Am 09. April 2013 teilte Hitachi-Power mit: "Hitachi Power Europe (HPE) und der Kunde Terna S.A. werden in Nordgriechenland das Braunkohlekraftwerk „Ptolemais V“ mit einer installierten Leistung von 660 MW schlüsselfertig erstellen und in Betrieb setzen. [...]." Braunkohle(!)-Kraftwerk. Investition: rd. 1,4 Mrd. Euro. Inbetriebnahme 2019.

Logische Regierungspolitik: Euroretter-Milliarden nach Griechenland für den Bau von Braunkohle-Kraftwerken schicken, die in Deutschland auf der Liste geächteter Projekte stehen. Für diese Meisterleistung hat der Ex-Chef aller Euroretter Jean-Claude Juncker den "Orden des Erlösers" wahrlich verdient.