Sonntag, 3. März 2013

Wie viele Handys passen auf die Welt ?

Bald so viele Handys, wie Menschen, meldet N24 gerade jetzt zu Frühlingsbeginn, und holt die bange Frage aus dem finsteren Kerker, wo sie seit Jahren angekettet: Wie viele Handys passen auf die Welt?


Nun, aus Berlin wehen erste Nachrichten durch die Nacht. Umfang­reichste, unkoordi­nierte, führungsfreie Feld­studien aller Ministerien und Behörden, bisher aus Leistungsschutzgründen nur als einzelne, unzusam­menhängende Wörter und ver­streute kleinste Text­aus­schnitte dem MAD als ge­heimste Verschluss­sachen zugemailt, las­sen auf­horchen. Die Opposition weiß null und tobt umge­kehrt pro­­portional, dass seien alles clown­hafte Zirkus­nummern vor leeren Rängen. Die hunderte Millionen teuren Feld­­forschungen seien nicht ihren Leuten, sondern Freun­den, Bekann­ten, Ver­wandten und Partei­feinden der anderen zuge­schustert worden, und seien schon deshalb null wert.

Aus gut unterrichteten Emailhackerkreisen sickern erste sensatio­nelle Bruch­stücke durch. Die Studiosi in Feld, Wald und Wiesen hätten mit etwas mehr ungefähr dop­pelt so viele Ohren ermit­teln können, als sie Köpfe gezählt hät­ten. Offen­bar handele es sich um früh­primär­native funk­wellen­indu­zierte bila­teral gene­tische Muta­tionen (FFBGM) des Caput (Anm. Red.: Caput ist nicht kaputt, sondern genetisches Latein. Caput (n) = Kopf (m)). Das noch relativ geheime Ohr­wurm­verfahren (OWV) führe zum ab­soluten Ohr­faktor (AOF) 2 x 1,0012 +/- 0,001 [Ohren/Caput]. Die Wachs­tums­rate sei 12,3% +/- 2% pro Zeiteinheit, über die die Wissen­schaft unter CO2-Einfluss des IPCC noch streite.

Die fundamentalen Zahlenbruchstücke ließen sofort die Aktien­kurse der gesamten Funk­wellen­branche in die Clouds schiessen. Ungeahnte Per­spektiven eröffnen sich. Die alten Wachs­tumsziele gingen wegen des bisher limi­tierten AOF von nicht mehr als 2 vitalen Han­dys/Caput aus. 1 Handy/Ohr = 2 Handys/Caput = 2x 7 Mil­liarden Handys + natür­liches Wachstum von 2x 80 Mil­lionen Handys (Welt­wachstum: 80 Mil­lionen Capita/Jahr = 160 Mil­lionen vitale Handys/Jahr). Je mehr Handys, umso mehr Masten, umso mehr Funk­wellen, umso mehr FFBGM, umso größere AOF, umso größeres Handy­wachstum. Das ideale Wachstums­perpetuum­mobile. Neues Ziel der Funkwellen­branche: AOF > 3 bis 2020, d. h. Wachstums­stimulation von 10,7 bis 14,1 Mil­liarden Handyohren (HO) bis 2020. Steigerung unter Zugabe von Schimmelmais ist möglich. Die Nationale Plattform Ohr NPO ist in Gründung.

Als im Morgengrauen HO und Wachs­tum in die Ohren der Bundeskanzlerin zwitscherten (wer mag es gewesen sein?), war sie bei HO schreckenswach und videopodcastete erst nach Wachstum, dann aber entspannter: Das ist gut und wichtig. Stra­tegischer Gedan­ke: Je mehr und je größere Ohren, umso besser werden sie mich hören können.

Noch vor der Kabinettssitzung legte BU-Minister Peter Altmaier, Experte für Überirdisches, das "Wachstums­beschleunigungs­gesetz zur Stimu­lation des ab­soluten Ohr­faktors (WaStimAbsOFaG)" vor, das vom Kabinett mit großem Jubel verabschiedet wurde. Deutschland ist wieder innovativ.

Das Parlament wird am 01. April in a. o. Plenarsitzung unter straf­bewehrtem Fraktions­zwang für alle (Strafe: kein 3. Ohr) den Gesetz­entwurf wegen staatserhaltender Dringlichkeit eins, zwei, drei in einem Rutsch verab­schieden. Der Bundespräsident hat den Bundesfüller schon geladen. Am 30. April, wenn Blocksberg-Airport wieder Hexen­lande­bahn ist, wird das WaStimAbsOFaG pünktlich in Kraft treten.

À propos, Kraft. Hannelore ist dafür. Sie will auch ein drit­tes Ohr haben, möglichst hinten. Wer weiß, welche miß­gesinnten Gestalten man damit erhören kann.

À propos, Brocken, Blocksberg-Airport, der älteste Flughafen des Erdenballes. Soll­ten wir Klaus Wowereit und Matthias Platzeck nicht mal dahin schicken? Zwei billige Besen müssten reichen. Vielleicht hilfts.