Mittwoch, 27. Februar 2013

Eine E-Mail des Bundesumweltministeriums.

Eine E-Mail des Bundesumweltminsteriums vom 27.02.2013, die die IPCC-Hörigkeit der Bundesregierung zum Ausdruck kommen lässt.

Die Namen in Anrede und Schlußformel werden entfernt.



Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank für Ihre Anfrage an Herrn Bundesumweltminister Altmaier vom 9. Dezember letzten Jahres. Ich wurde gebeten, Ihnen zu antworten.

In Ihrem Schreiben haben Sie sich intensiv mit dem Klimawandel beschäftigt und Ihre Skepsis zum Ausdruck gebracht, dass CO2 überhaupt geeignet ist, eine Veränderung des Weltklimas zu verursachen.

Die Bundesregierung stützt sich bei der Erarbeitung klima- und umweltschutzpolitischer Maßnahmen auf die wissenschaftlichen Publikationen des Zwischenstaatlichen Ausschusses zur Klimaänderung (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC).


Der IPCC selbst betreibt keine Forschung und erhebt keine Daten. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Literatur, die weltweit zu einem Thema publiziert wird, umfassend, objektiv, offen und transparent zusammenzutragen und zu bewerten. Unter breiter Beteiligung von Wissenschaftlern weltweit erstellt der IPCC Sachstandsberichte. Dabei gelten gemeinsam verabschiedete Grundsätze und Verfahren. Die Sachstandsberichte werden in mehrfachen Überprüfungsschritten durch Experten und Regierungen begutachtet.

In seinem Vierten Sachstandsbericht „Climate Change 2007“ bestätigt der IPCC die Existenz eines atmosphärischen Treibhauseffektes. Er beschreibt außerdem, welche Rolle die anthropogen verursachte Einleitung des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre bei der Klimaerwärmung einnimmt.

Die wissenschaftlich fundierten und geprüften Erkenntnisse des IPCC-Berichts lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Das Klimasystem der Erde ist im Wesentlichen durch die einfallende, kurzwellige Sonneneinstrahlung bestimmt. Etwa ein Drittel der Energie wird direkt von den obersten Schichten der Atmosphäre wieder in den Weltraum reflektiert. Die restliche Sonneneinstrahlung wird von der Erdoberfläche absorbiert. Um zurück zu einem physikalischen Gleichgewichtszustand zu gelangen, strahlen Landflächen und Ozeane die aufgenommene Energie in langwelligen Strahlen wieder in die Atmosphäre ab. Die Reflektion der von der Erdoberfläche abgegebenen Energie durch die Atmosphäre und damit die durchschnittliche Erwärmung der bodennahen Temperatur werden als natürlicher Treibhauseffekt bezeichnet.

Ohne den natürlichen Treibhauseffekt läge die bodennahe Durchschnittstemperatur unterhalb des Gefrierpunktes und ein Leben auf der Erde wäre für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt unmöglich. Mit Beginn der Industrialisierung haben etwa der zunehmende Verbrauch fossiler Brennstoffe und eine veränderte Landnutzung zu einer erhöhten Einleitung von Treibhausgasen in die Atmosphäre geführt und den Treibhauseffekt über sein natürliches Niveau hinaus verstärkt. Nach dem genannten Sachstandsbericht des IPCC gilt der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,6 bis 0,8 Grad Celsius zu vorindustriellen Werten als gesicherte Erkenntnis. Die globalen atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas sind seit 1750 markant gestiegen und übertreffen heute die vorindustriellen Werte bei Weitem. Die globale atmosphärische Konzentration von Kohlendioxid ist von einem vorindustriellen Wert von etwa 280 ppm („parts per million“) auf 379 ppm im Jahre 2005 angestiegen. Damit gilt Kohlendioxid als das wichtigste durch menschliche Aktivitäten verursachte Treibhausgas.

Die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung zielt darauf ab, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf höchstens 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Der weitaus wichtigste Faktor des vom Menschen verursachten Klimawandels sind die Treibhausgasemissionen durch die Nutzung fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle). Daher muss Klimaschutz international und national greifen und möglichst alle Sektoren einbeziehen. Maßnahmen, um die Nutzung fossiler Energieträger zu verringern und langfristig durch erneuerbare Energien zu ersetzen, sind zukünftig von höchster Dringlichkeit.

Was Ihre konkreten Fragen angeht, lässt sich etwa der Betreuungsaufwand beteiligter Ministerien und Behörden nicht separat quantifizieren, da nationaler und internationaler Klimaschutz im Umweltministerium mit Fragestellungen etwa zur Energiewende eng verzahnt ist. Entsprechend gibt es auch eine Vielzahl von Projekten in Deutschland, insbesondere, da die Europäische Union ihre Emissionsreduzierungen primär auch innerhalb Europas erreichen möchte.

Bezüglich NAMA-Programmen befinden sich die meisten Staaten noch in den Vorbereitungsphasen. Genauere Informationen zur internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) erhalten Sie bei Interesse unter www.bmu-klimaschutzinitiative.de.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Ihrem Anliegen helfen oder doch zumindest den Standpunkt unseres Hauses nachvollziehbar vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen,

i.A.
Name des Mitarbeiters