Mittwoch, 19. Dezember 2012

Energiewende 2011 : Nordrhein-Westfalen subventioniert Bayern.

EEG-Umlage als zweiter Länderfinanzausgleich - Nordrhein-Westfalens Stromkunden subventionierten 2011 Bayerns Grund- und Hauseigentümer im Saldo mit 1,1 Mrd. Euro.

Die Dokumentation "Erneuerbare Energien und das EEG: Zahlen, Fakten, Grafiken (2011), Fassung vom 23. Januar 2012 des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) zeigt mit Abb. 33 (Seite 57) die EEG-Zahlungsströme 2011 zwischen den Bundesländern:



Grafik: ©BDEW. Mit freundlicher Genehmigung des BDEW. Bitte die Anmerkung in der Grafik beachten.

Wer zahlt am meisten? Nordrhein-Westfalens (NRW) Stromkunden zahlten im Saldo rd. 2,25 Mrd. Euro.

Wer profitiert hauptsächlich? Die Betreiber der Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Bayern mit Salden in Höhe von 1,1 Mrd. Euro und in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen in Höhe von je rd. 0,35 Mrd. bis 0,38 Mrd. Euro. Summe Hauptprofiteure: 2,2 Mrd. Euro.

Ursachen, vgl. Tabelle 3, Seite 22:
  • In NRW stehen wenig Windkraftanlagen und aufgrund von Wetterbedingungen und Wohnungsstruktur gibt es wenig Photovoltaikanlagen.
  • In Bayern profitieren hauptsächlich die meistens privaten Betreiber von den sehr hohen Einspeisevergütungen der Photovoltaikanlagen, die das Land wegen besserer Wetterbedingungen sowie der Landwirtschafts- und Siedlungsstruktur inzwischen überziehen.
  • In den nördlichen Bundesländern profitieren hauptsächlich die Betreiber von Windkraftanlagen.

Leider liegen erst die Zahlen 2010 vor: Was lieferte Bayern im Jahr 2010?


Grafik: ©BDEW. Im BDEW-Dokument auf Seite 51. Mit freundlicher Genehmigung des BDEW.

Bayern 2010:
  • Anzahl, vgl. Tabelle 3, S. 22: 307.689 EEG-Anlagen, davon 300.417 Solaranlagen (Photovoltaik).
  • Installierte Leistung EEG-Anlagen: 8.378 MW, Erzeugung: 12,7 Mrd. kWh
  • EEG-Vergütung: rd. 3,1 Mrd. Euro, davon 1,96 Mrd. Euro für Solaranlagen auf den Dächern finanzkräftiger Eigentümer.
  • Warum hat Bayern die mit Abstand meisten EEG-Anlagen? Photovoltaik auf jeder Scheune und auf jedem Dach.
  • Wie hoch wurde jede bayerische kWh per EEG-Umlage subventioniert? 24,8 Cent/kWh.
  • Wie ist die Jahresausnutzung der EEG-Anlagen? Geschätzt 20% (Die Leistungsangabe in Tab. 9 ist nicht der Jahresmittelwert).
Ergebnis 2010, Nordrhein-Westfalens Subventionen für Bayern:
  • NRWs Stromkunden zahlten 2,25 EEG-Mrd.,
  • Bayerns Solaranlagen-Betreiber erhielten 1,96 EEG-Mrd.
  • Die Solaranlagen sind auf auf Dächern und Grundstücken betuchter Grund-, Haus- und Wohnungseigentümer installiert.
  • Was könnte daraus geschlossen werden?
  • NRWs in Mietshäusern wohnende und weniger betuchte Bevölkerung aus Bochum, Bottrop, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen verhilft Bayerns betuchteren Grund- und Hauseigentümern per staatlich befohlener EEG-Ökogeld-Umverteilung von unten nach oben zu netten Renditen.
  • Die SPD protestiert nicht. Sie findet Öko und Umverteilung gut.
Zum Vergleich:
  • Thermische Grundlastkraftwerke (Kohle, Gas, Uran) erzeugen pro 1.000 MW installierter Leistung 8 Mrd. kWh/a bei Ver­füg­bar­keiten um 90%.
  • Beispiel: Einer und ein halber der neuen 1.100-MW-RWE-Kraft­werks­blöcke Neurath BoA 2 und 3 in NRW erzeugen genau ­soviel Elek­trizität, wie 307.000 EEG-Anlagen in Bayern.
  • Noch ein Beispiel: Kernkraftwerke der 1.400-MW-Klasse, wie Isar 2, Emsland, Neckarwestheim 2 oder Grohnde produzieren mit rd. 11 Mrd. kWh/a etwa soviel, wie 300.000 bayerische EEG-Anlagen. Das Ganze mit rd. 3,5 Cent/kWh für insgesamt 390 Mio. Euro sogar CO2-frei, anstelle von Marktpreis + 3.100 Mio Euro EEG-Umlage des bayerischen Ökostromes. In den 3,5 Cent/kWh sind alle Kosten einschl. Rückbau und Entsorgung enthalten, die bei den EEG-Anlagen bisher nicht eingerechnet sind.
  • 2011 wurden in Deutschland durch den Erneuerbare-Energien-Strom (EE-Strom) ver­nachlässigbare 70 Mio. t CO2 (= 0,07 Mrd. CO2) "vermieden", vgl. Tischvorlage, rechte Spalte". 2011 kostete jede Tonne vermiedenes CO2 aus der EE-Pro­duktion den stolzen Betrag von rd. 200 Euro.
  • China machte das Gegenteil und erhöhte die CO2-Emis­sion von 2010 nach 2011 um 540 Mio. t.
  • China erhöhte in nur einem Jahr die CO2-Emis­sion um die fast 8fache CO2-Menge des­sen, was Deutsch­land für 15 Mrd. Euro infolge der Erneuer­bare-Energien-Strom-Pro­duktion mit 70 Mio. t CO2 ins­gesamt vermieden hat.

Ergebnis:
Nur wenige Zahlen beweisen die Wirkungslosigkeit und die Schizophrenie der bundesdeutschen Energiepolitik.


Zum Vergleich der bundesdeutsche Länderfinanzausgleich im Jahr 2011:
  • Bayern zahlte rd. 3,7 Mrd. Euro
  • Nordrhein-Westfalen erhielt rd. 0,2 Mrd. Euro.