Donnerstag, 22. November 2012

Bund der Energieverbraucher wettert gegen Strompreiserhöhungen.

Der Bund der Energieverbraucher e.V. wettert gegen die Strom­preis­­erhöhungen des kommenden Jahres 2013: "Unverschämte Strom­preis­er­höhungen von 13%".

Die Stromversorger würden bei Haushaltskunden mit 4.000 kWh/Jahr 140 Euro abkas­sieren. Mehr als 8%igen Erhöhungen müsse mit aller Härte widersprochen werden.



Gleichzeitig rechnet der Bund der Energie­verbraucher vor:
  • EEG-Umlage: + 1,7 Cent/kWh,
  • Netzentgelt: + 0,5 Cent/kWh,
  • KWK-Umlage: + 0,17 Cent/kWh
  • Industriebefreiungen von den Netzentgelten (§ 19 StromNEV): + 0,2 Cent/kWh
  • neue Offshore-Haftungsregelung: + 0,25 Cent/kWh.
Summe: 2,82 Cent/kWh + 19% Mehrwertsteuer = 3,36 Cent/kWh

Das Ganze mit 4.000 kWh multipliziert ergibt 134,40 Euro = Die staatlich verursachten Mehrkosten. Der Unterschied zu den "unverschämten" 140 Euro schrumpft auf 5,60 Euro.

Woher nimmt der Bund der Energieverbraucher seine Argumentation?

Er bezieht sich auf ein Gutachten von Gunnar Harms, Lever­kusen. Herr Harms habe er­mit­telt, dass die Strom­versorger in den letzten 5 Jahren Preiserhöhungen in Höhe von 2 Cent/kWh durchgesetzt hätten, die nicht plausibel seien. Damit seien die der­zeitigen Strom­preise um 2 Cent/kWh zu hoch.

Wer sind Gunnar Harms und das "- Vertrags- und Risikomanagement in der Energiewirtschaft -" ?

Im Web ist, außer Links zu Gutachten, kaum etwas zu finden. Einige Informationen sind z. B. hier veröf­fentlicht. Herr Harms war bis November 2012 auch Vorstands­mitglied des Bundes der Energie­verbraucher e.V..

Das Gutachten vom 22. August 2012 wurde im Auftrag von Bündnis 90/­Die Grünen erstellt und trägt den Titel:

Analyse und Bewertung der Strompreiserhöhungen von 2007 bis 2012 sowie der Ankündigungen von 2013.

Die Zusammenfassung des Gutachtens lautet (S. 15):
"Aus der Betrachtung des zurückliegenden 5-Jahreszeit­raumes ergibt sich ein nicht plausibler Preis­anstieg in Höhe von insgesamt 2 Cent/kWh, der sich auf 0,9 Cent für die Beschaffung und 1,1 Cent Vertrieb incl. Margen­­ausweitung bezieht."
"Nicht plausibel" bedeutet lediglich, dass dem Verfasser des Gutachtens irgendwelche Daten und Ereignisse nicht erklärlich sind. Mit "nicht plausibel" ist die Gutachtens­aussage substantiell unbegründet. Für eine aussagekräftige Bewertung hätten z. B. zusätzlich die Bilanzen und die Gewinn- und Verlust­rechnungen der Strom­versorger ausge­wertet wer­den müssen.

Sollten die Stromversorger tatsächlich 2 Cent/kWh zu viel kassieren, dann müssten sie im Gelde schwimmen.